Wenn Krebs Wunden hinterlässt
Spezialisierte Wundversorgung bei Krebserkrankungen – zum Weltkrebstag am 04.02.2026
Nadja L. – Team Bayern
Der 4. Februar ist Weltkrebstag. Ein Tag, der daran erinnert, dass hinter jeder Diagnose ein Mensch steht. Mit seiner Geschichte, seinem Körper, seinen Sorgen, Hoffnungen und Grenzen. Krebs zeigt sich nicht nur in Befunden, Therapien und Statistiken – manchmal wird er auch sichtbar. Auf der Haut. In Form von Wunden, die nicht heilen wollen, die schmerzen, nässen, bluten oder verunsichern.
Über diese Wunden wird selten gesprochen. Dabei gehören sie für viele Betroffene ganz real zum Alltag.
Wenn eine Krebserkrankung Spuren auf der Haut hinterlässt
In Deutschland erkranken jedes Jahr viele Menschen an Krebs. Besonders häufig ist das Mammakarzinom, also Brustkrebs. Nach aktuellen, belastbaren Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten beim Robert Koch-Institut werden jährlich rund 74.500 Frauen und etwa 700 Männer neu mit Brustkrebs diagnostiziert. Damit ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland.
Viele Patientinnen leben lange mit der Erkrankung oder ihren Folgen. Im Verlauf – sei es unter laufender Therapie, nach Operationen oder in fortgeschrittenen Stadien – kann es zu wundbezogenen Veränderungen kommen. Gerade beim Brustkrebs treten vergleichsweise häufig chronische oder exulzerierende Wunden im Brust- oder Thoraxbereich auf, die eine spezialisierte ambulante Wundversorgung notwendig machen.
Doch Brustkrebs ist nicht die einzige Erkrankung, bei der solche Situationen entstehen können. Auch bei Hautkrebs, malignen Hodentumoren oder anderen malignen Tumorerkrankungen kann es zu:
- exulzerierenden Tumorwunden,
- schlecht heilenden Operations- oder Therapiewunden,
- chronischen Haut- und Weichteildefekten
kommen. Diese Wunden können unabhängig davon auftreten, ob eine Erkrankung noch heilbar ist oder nicht.
Mehr als eine Wunde – eine Belastung für Körper und Seele
Eine Tumorwunde ist selten „nur“ eine Wunde. Viele Betroffene berichten von anhaltender Wundsekretion, unangenehmem Geruch, Schmerzen oder Blutungen. Der Alltag wird unsicher: Kleidung muss angepasst werden, Nähe wird vermieden, Termine werden abgesagt. Manche Menschen schämen sich, andere ziehen sich zurück, weil sie niemanden belasten möchten.
Diese Situationen betreffen Menschen jeden Alters. Und sie verdienen eine Versorgung, die nicht nur technisch korrekt ist, sondern achtsam, respektvoll und zugewandt.
WundCura – spezialisiert, ergänzend, beratend
WundCura begleitet Menschen mit chronischen und schwer heilenden Wunden im Zusammenhang mit Krebserkrankungen. Unser Schwerpunkt liegt auf der spezialisierten wundbezogenen Krebsversorgung – unabhängig davon, ob sich jemand in einer palliativen Situation befindet oder nicht.
Wichtig ist uns dabei eines ganz klar zu sagen:
Wir ersetzen keinen ambulanten Pflegedienst und kein SAPV-Team.
Unsere Arbeit ist ergänzend. Sie baut auf bestehenden Versorgungsstrukturen auf und unterstützt diese dort, wo spezielle Wundexpertise gefragt ist.
Ein großer Teil unserer Tätigkeit besteht aus Beratung:
Wir nehmen uns Zeit, erklären, ordnen ein, geben Sicherheit. Für Patient:innen, für Angehörige und auch für andere Beteiligte im Versorgungsteam. Oft hilft allein das Wissen, dass jemand erreichbar ist, hinschaut und mitdenkt.
Versorgung zu Hause – dort, wo das Leben stattfindet
Viele Menschen möchten trotz belastender Wundsituationen in ihrem vertrauten Umfeld bleiben. Eine spezialisierte Wundversorgung im häuslichen Bereich ist gut möglich, wenn sie fachlich strukturiert und abgestimmt erfolgt.
Unsere spezialisierten Pflegefachpersonen arbeiten eng zusammen mit:
- Haus- und Fachärzt:innen
- ambulanten Pflegediensten
- SAPV-Teams, sofern eingebunden
- Angehörigen und Bezugspersonen
So entsteht ein Netzwerk, das entlastet, statt zu überfordern.
Was in der spezialisierten Wundversorgung wichtig ist
Am Anfang jeder Begleitung steht eine sorgfältige, ganzheitliche Einschätzung: Wie sieht die Wunde aus? Wie viel Sekret tritt aus? Gibt es Blutungen? Wie stark sind die Schmerzen? Wie geht es dem Menschen damit – körperlich und seelisch?
Darauf aufbauend geht es unter anderem um:
- möglichst schmerzarme und schonende Verbandwechsel (bei Bedarf mehrfach wöchentlich)
- den sicheren Umgang mit Exsudat, Geruch und Blutungen
- Schutz der umliegenden Haut
- alltagstaugliche Lösungen, die Beweglichkeit und Selbstständigkeit erhalten
- eine enge Abstimmung mit den behandelnden Ärzt:innen
Nicht jede Wunde lässt sich heilen. Aber sehr viele lassen sich stabilisieren, lindern und sicher begleiten.
Beratung als fester Bestandteil
Viele Fragen entstehen nicht im Behandlungszimmer, sondern zu Hause:
Was tun, wenn der Verband durchnässt? Wie reagiere ich bei Blutungen? Darf ich mich bewegen? Was ist normal – und was nicht?
Beratung bedeutet hier, Sorgen ernst zu nehmen, verständlich zu erklären und gemeinsam Lösungen zu finden. Für uns ist das kein „Zusatz“, sondern ein zentraler Teil guter Versorgung.
Wer trägt die Kosten?
Die Leistungen von WundCura sind Leistungen der häuslichen Krankenpflege.
Sie werden durch Haus- oder Fachärzt:innen verordnet – für Menschen jeden Alters, die Unterstützung bei der Wundversorgung zu Hause benötigen.
Für Patient:innen entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Auch Anfahrten unserer Wundexpert:innen werden nicht extra berechnet.
Es fallen lediglich die gesetzlich vorgesehenen Zuzahlungen an – in der Regel 10 % der Verordnungs- bzw. Rezeptgebühren, sofern keine Befreiung besteht.
Zum Weltkrebstag am 04.02.2026
Der Weltkrebstag erinnert uns daran, dass Krebs viele Gesichter hat. Wundbezogene Veränderungen gehören dazu – auch wenn sie oft im Verborgenen bleiben.
Eine gute Krebsversorgung endet nicht bei der Therapie. Sie schließt die Begleitung von Symptomen ein, die den Alltag prägen. Mit Fachwissen. Mit Zeit. Und vor allem mit Respekt vor dem Menschen.
Quellen
Zentrum für Krebsregisterdaten beim Robert Koch-Institut (2024):
Brustkrebs (Mammakarzinom): Neuerkrankungen, Prävalenz und Mortalität in Deutschland (Datenstand 2022).
Robert Koch-Institut (ZfKD) (2024):
Krebs in Deutschland – Epidemiologische Daten.
Seaman, S. (2006):
Management of malignant fungating wounds in advanced cancer.
Seminars in Oncology Nursing, 22(3), 185–193.
Probst, S., Arber, A. & Faithfull, S. (2013):
Malignant fungating wounds: A survey of nurses’ clinical practice.
European Journal of Oncology Nursing, 17(6), 699–706.

