5 Tipps zur Wundpflege in der kalten Jahreszeit
Denise K. – Team Bayern
Mit sinkenden Temperaturen steigt das Risiko für Komplikationen in der Wundversorgung. Kälte, trockene Luft und wechselnde Umweltbedingungen können den Heilungsprozess erheblich beeinflussen.
Damit dies nicht geschieht, haben wir fünf praxisnahe Empfehlungen zusammengestellt, die Ihnen helfen, Ihre Haut und Wunden in der kalten Jahreszeit optimal zu schützen.
1. Hautpflege:
Schutz vor Austrocknung. Die Kombination aus kalter Winterluft draußen und trockener Heizungsluft drinnen entzieht der Haut Feuchtigkeit. Dies kann die Hautbarriere schwächen und das Infektionsrisiko erhöhen (Löffler & Kampf, 2008). Daher ist eine regelmäßige Hautpflege essenziell. Besonders Cremes mit Harnstoff (Urea) unterstützen die Feuchtigkeitsregulation und bewahren die Haut vor Rissen und Trockenheit (Proksch et al., 2016). Empfehlenswert ist eine mehrmals wöchentliche Anwendung auf die intakte Haut im Wundbereich.
2. Wundreinigung:
Temperatur beachten. Die Reinigung der Wunde ist ein wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Achten Sie darauf, Wundspüllösungen auf Körpertemperatur anzuwärmen, bevor sie angewendet werden. Kalte Spüllösungen können die Durchblutung hemmen und die Wunde zusätzlich reizen, was den Heilungsprozess verzögert (Schultz et al., 2017).
3. Wärme & Schutz:
Optimale Bedingungen schaffen. Wärme spielt eine entscheidende Rolle bei der Wundheilung. Niedrige Temperaturen verlangsamen den Zellstoffwechsel und damit die Wundheilung (Bishop et al., 2003). Sorgen Sie daher dafür, dass die betroffene Körperregion stets warm bleibt, um eine gute Durchblutung zu gewährleisten. Setzen Sie die Wunde zudem keiner direkten Kälte aus und schützen Sie sie vor Feuchtigkeit sowie Verschmutzungen durch geeignete Verbände und Schutzmaßnahmen.
4. Hydration:
Ausreichend Flüssigkeit aufnehmen. Ein gut hydrierter Körper unterstützt die Wundheilung erheblich, da Wasser eine essenzielle Rolle in zahlreichen physiologischen Prozessen spielt. Besonders in den Wintermonaten wird oft weniger getrunken, was sich negativ auf die Zellregeneration auswirken kann (Meyer et al., 2018). Achten Sie daher darauf, über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
5. Verbandwechsel:
Nässe vermeiden. Ein durchnässter Verband kann ein idealer Nährboden für Keime sein und das Infektionsrisiko steigern (Wounds UK, 2018). Sollte der Verband durch Schweiß, Schnee oder Regen feucht werden, wechseln Sie diesen schnellstmöglich, um eine verzögerte Wundheilung zu vermeiden.Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen lassen sich viele witterungsbedingte Wundkomplikationen verhindern. Bleiben Sie aufmerksam und unterstützen Sie den Heilungsprozess mit den richtigen Strategien – für eine komplikationsfreie Winterzeit.
Quellen:
Bishop, S. M., Walker, M., Rogers, A. A., & Chen, W. Y. (2003). Importance of moisture balance at the wound-dressing interface. Journal of Wound Care, 12(4), 125-128.
Löffler, H., & Kampf, G. (2008). Hand care and skin protection in health care settings. Journal of Hospital Infection, 70(1), 5-13.
Meyer, F., Bohn, S., & Grandjean, A. C. (2018). Hydration and health: a review. Nutrition Reviews, 76(7), 439-458.
Proksch, E., Brandner, J. M., & Jensen, J. M. (2016). The skin: an indispensable barrier. Experimental Dermatology, 17(12), 1063-1072.
Schultz, G. S., Barillo, D. J., Mozingo, D. W., & Chin, G. A. (2017). Wound bed preparation and a brief history of TIME. International Wound Journal, 1(1), 19-32.
Wounds UK (2018). Best practice statement: The use of topical antiseptics and antimicrobial agents in wound management. https://www.wounds-uk.com/resources/details/best-practice-statement-use-topical-antiseptics-and-antimicrobial-agents-wound-management

